Krings-Kolumne: Schutz im digitalen Raum

01.03.2026

Kaum ein Thema wird aktuell so kontrovers diskutiert wie der Umgang mit TikTok, Facebook, Instagram und anderen Netzwerken. Die CDU hat sich zu dieser Frage, die Millionen von Familien in unserem Land beschäftigt, am vergangenen Wochenende klar positioniert. Und ähnlich hat sich auch unser Koalitionspartner geäußert.

Wir wollen für die Nutzung Sozialer Medien eine gesetzliche Altersgrenze von 14 Jahren. Denn Studien belegen, dass rund ein Viertel der Kinder und Jugendlichen Soziale Medien in riskanter oder bereits suchtähnlicher Weise nutzt. Kinderärzte berichten zunehmend von Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen und Angstzuständen, die unmittelbar mit exzessiver Bildschirmzeit zusammenhängen. Schulen wiederum sehen sich mit einer wachsenden Zahl von Fällen konfrontiert, in denen Cybermobbing den Unterricht und das Miteinander massiv belastet.

Kinder und Jugendliche sind empfänglicher für soziale Manipulation und reagieren sensibler auf digitale Belohnungssysteme. Plattformen nutzen das: Untersuchungen zeigen, dass Minderjährigen innerhalb kürzester Zeit Inhalte zu Selbstverletzung, Essstörungen oder radikalen Ideologien vorgeschlagen werden. Besonders kritisch ist das bei TikTok. Hier geht es nicht nur um Datenschutzfragen oder um staatliche Einflussnahme durch China. Sicherheitsbehörden warnen zunehmend davor, dass Plattformen auch als Instrumente der Informationssteuerung genutzt werden.

Wer das ausnutzt oder wer die Umgehung von Altersgrenzen ermöglicht, um mit jugendlichen Nutzern Gewinne zu erzielen, handelt verantwortungslos und darf nicht nur Bußgelder fürchten. Hier muss in der digitalen Welt gelten, was immer schon in der analogen Welt galt: Der Gastwirt, der ständig Alkohol an Kinder ausschenkt, schenkt bald gar keinen Alkohol mehr aus. Sein Lokal wird geschlossen.

Digitale Innovation ist gut, aber sie endet dort, wo sie die Entwicklung unserer Kinder gefährdet.

 

Es grüßt Sie herzlich!

Ihr Mann in Berlin

Dr. Günter Krings