Im Gespräch mit Johannes van der Vorst

22.08.2019

Auf mehr als 50 Jahre im Priesteramt kann Johannes van der Vorst seit seiner Priesterweihe am 9. März 1968 im Aachener Dom zurückblicken. Der 89jährige Geistliche hatte seine Bestimmung schnell gefunden. Nach Stationen als Kaplan in Krefeld und in Hardterbroich begann Johannes van der Vorst 1975 seine pastorale Tätigkeit in Geistenbeck, auf Hinweis seines Freundes Edmund Erlemann. Auf dem Weg nach Rheydt hatte sich auch der Mönchengladbacher Bundestagsabgeordnete Dr. Günter Krings gemacht, um auf seiner Sommertour mit dem Bezirkspräses der Schützen zu einem Gedankenaustausch zusammenzukommen.

Johannes van der Vorst ist ein Vertreter der Generation, deren Lebensweg durch den Krieg unmittelbar beeinflusst wurde. Der gebürtige Waldhausener konnte kriegsbedingt das Gymnasium nicht abschließen. Nach zwei Jahren als Hilfsarbeiter in einer Gärtnerei begann van der Vorst eine kaufmännische Lehre in einem Textilunternehmen, in welchem er bis 1960 arbeiten sollte. Doch seine eigentliche Berufung war eine andere: „Bereits bei meiner Kommunion und als Messdiener hatte ich den Gedanken, Priester zu werden. 1958 war ich auf einer Reise in Rom und habe dort die Entscheidung getroffen: Ich mache das jetzt!“ Abendgymnasium in Neuss, Studium in Bonn und München, Priesterseminar in Aachen – so hießen die Wegmarken, bevor Johannes van der Vorst in der Gemeinde Heilig Geist Geistenbeck eine Heimat fand. Nicht zu vergessen sein Engagement für das Brauchtum: Seit 1984 fungiert van der Vorst als Bezirkspräses der Schützen, inzwischen an der Seite von Bezirksbun-desmeister Horst Thoren.

Krings und van der Vorst tauschten sich auch über die Situation der Kirchen in Deutschland aus. Besonders die katholische Kirche steht vor großen Herausforderungen. Johannes van der Vorst sieht der Zukunft jedoch mit Gottvertrauen entgegen: „Natürlich müssen wir uns kritische Fragen stellen: Was ist falsch gelaufen? Was müssen wir besser machen?“ Die katholische Kirche dürfe, unterstreicht der Priester, niemals erstarren: „Wie sähe die Botschaft Jesu Christi aus, wenn er heute in diese Welt käme? Die Kirche muss sich immer wieder aufs Neue den drängenden Fragen der Gegenwart stellen.“ Seine Entscheidung für das Priesteramt hat van der Vorst nie bereut: „Ich würde wieder genau dasselbe machen.“

Günter Krings zeigte sich beeindruckt vom Lebenswerk des 89jährigen Priesters: „Nicht nur das seelsorgerische Wirken von Johannes van der Vorst in Geistenbeck nötigt mir größten Respekt ab. Das gesamte Ensemble der Gemeinde Heilig Geist ist auch das Ergebnis seiner jahrzehntelangen Arbeit. Man spürt, dass ein Kaufmann am Werk war.“ Die Wertschätzung für Johannes van der Vorst in Geistenbeck sei, so Krings, mit Händen zu greifen: „Nicht umsonst ist anlässlich des 88. Geburtstages am Gemeindezentrum der Johannes-van-der-Vorst-Platz eingeweiht und auch das entsprechende Straßenschild aufgestellt worden. Und in diesem Jahr hat man gleich mal das Pfarrheim in Vorsthaus umbenannt.“