Krings und Kippels setzen Austausch mit Mönchengladbacher Apothekern fort

01.09.2026
Pressemitteilung

Nach der Gesundheitsreform: Erste Bilanz und weitere Herausforderungen

 

Welche Auswirkungen hat die zum 1. Juli in Kraft getretene Gesundheitsreform auf die Apotheken vor Ort? Welche Verbesserungen bringt das neue Gesetz bereits mit sich und an welchen Stellen besteht weiterer Handlungsbedarf? Über diese Fragen tauschten sich der Mönchengladbacher Bundestagsabgeordnete Dr. Günter Krings und der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Gesundheit, Dr. Georg Kippels, mit den Mönchengladbacher Apothekern Dr. Alexander Holz und Dirk Lammert aus.

Bereits im Dezember 2025 hatte Krings mit den beiden Apothekern über die wirtschaftliche Lage der Vor-Ort-Apotheken und den damaligen Reformbedarf gesprochen. Nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Apothekenversorgung (ApoVWG) am 1. Juli bot das Treffen mit dem Gesundheits-Staatssekretär Kippels nun Gelegenheit, gemeinsam eine erste Bilanz zu ziehen und über weitere Schritte zur Stärkung der wohnortnahen Arzneimittelversorgung zu sprechen.

Im Mittelpunkt des Austauschs standen die ersten Erfahrungen mit der Gesundheitsreform. Ziel des ApoVWG ist es, die wirtschaftliche Situation der Vor-Ort-Apotheken zu verbessern, bürokratische Hürden abzubauen und die flächendeckende Arzneimittelversorgung langfristig zu sichern. Zu den bereits umgesetzten Maßnahmen gehören unter anderem Verbesserungen bei der Notdienstvergütung, der Wegfall der sogenannten Nullretaxation aufgrund bloßer Formfehler sowie Erleichterungen bei der Arzneimittelabgabe und der Heimversorgung.

Alexander Holz und Dirk Lammert schilderten die wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen viele inhabergeführte Apotheken weiterhin konfrontiert sind. Ein Schwerpunkt des Gesprächs war die Honorarsituation. Die beiden Apotheker begrüßten die eingeleiteten Verbesserungen, machten zugleich aber deutlich, dass die wirtschaftliche Stabilität vieler Apotheken auch künftig besondere Aufmerksamkeit erfordert. Auch die zum 1. Juli befristet angehobene Höhe des Apothekenabschlags gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen wurde angesprochen. Aus Sicht der Apotheker sollte diese zusätzliche Belastung nicht über den vorgesehenen Zeitraum hinaus fortgeführt werden.

Intensiv diskutiert wurde außerdem das Problem des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Nach Einschätzung der Apotheker führt insbesondere der grenzüberschreitende sogenannte „Rx-Versandhandel" zu Wettbewerbsnachteilen für die Vor-Ort-Apotheken. Darüber hinaus wurden Fragen der Arzneimittelsicherheit beim Versand sowie der konsequenten Durchsetzung der geltenden rechtlichen Vorgaben gegenüber ausländischen Anbietern angesprochen. Einigkeit bestand darin, dass faire Wettbewerbsbedingungen notwendig sind, um die wohnortnahe Arzneimittelversorgung dauerhaft zu sichern.

„Gerade weil Gesundheitspolitik unmittelbar bei den Menschen ankommt, ist mir der Austausch auch mit den Apothekerinnen und Apothekern vor Ort besonders wichtig“, betonte Dr. Günter Krings. „Wir haben bereits vor der Reform über die Herausforderungen gesprochen und setzen diesen Dialog jetzt nach ihrem Inkrafttreten fort. Nur wenn wir die Erfahrungen aus der Praxis ernst nehmen, können wir die Rahmenbedingungen für unsere Vor-Ort-Apotheken nachhaltig verbessern. Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil der gesundheitlichen Daseinsvorsorge und verdienen eine Politik, die ihre Anliegen konsequent im Blick behält. Aus den gleichen Gründen habe ich in den letzten Wochen auch mit vielen Ärztinnen und Ärzten aus Mönchengladbach über verschiedene Aspekte der Reform und Gesetzgebung gesprochen, die natürlich auch berechtigte Fragen und Sorgen auslösen.“

Das Gespräch mit den Apotheken machte jedenfalls deutlich, dass die zum 1. Juli in Kraft getretene Reform wichtige erste Verbesserungen bringt. Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, den engen Austausch zwischen Politik und Apothekerschaft fortzusetzen, um die Auswirkungen der neuen Regelungen eng zu begleiten und weiteren Handlungsbedarf frühzeitig zu erkennen.

Dr. Georg Kippels erklärte: „Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Apothekenversorgung haben wir erste wichtige Verbesserungen für die Vor-Ort-Apotheken umgesetzt. Gleichzeitig wissen wir, dass damit nicht alle Herausforderungen gelöst sind. Die Reform ist der Auftakt eines umfassenden Modernisierungsprozesses, den wir gemeinsam mit den Apothekerinnen und Apothekern weiter ausgestalten wollen. Unser gemeinsames Ziel bleibt eine starke, wohnortnahe und qualitativ hochwertige Arzneimittelversorgung.“