Bundesfamilienministerin Schröder zu Besuch in Mönchengladbach

Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder war im Mönchengladbacher Altenheim in Windberg zu Gast. Damit folgt sie einer Einladung von Dr. Günter Krings, der gemeinsam mit der Ministerin durch die Abschlussveranstaltung der diesjährigen Sommertour führte. Die Veranstaltung mit dem Titel „Zukunftsmodell Familienpflegezeit“ wurde in Kooperation mit der Sozial-Holding GmbH der Stadt Mönchengladbach ausgerichtet.

Im Rahmen der Sommertour zum Thema „Chancen und Herausforderungen des Alters“ hatte der Bundestagsabgeordnete Krings bereits eine Reihe von Mönchengladbacher Organisationen und Vereinen besucht und sich über ihre Arbeit informiert. Die Abschlussveranstaltung zur geplanten Familienpflegezeit gab Vertretern dieser Organisationen die Gelegenheit, mit Ministerin Schröder über das Zukunftsmodell zu diskutieren.

Zunächst besichtigten Schröder und Krings jedoch die Außenanlage des Altenheims, wo Bewohner die neu erworbenen Fitnessgeräte präsentierten. Nach einem Rückblick auf die diesjährige Sommertour bedankte sich Krings bei allen Organisationen, die ihm einen Einblick in ihre Arbeit gewährt hatten: „Die Sommertour hat mir gezeigt, dass es vielfältige Angebote in unserer Stadt gibt. In Mönchengladbach kann man gut alt werden.“

In einer Ansprache warb Ministerin Schröder für ihren Gesetzesentwurf zur Ausweitung des Pflegezeitgesetzes. Demnach soll es einen Rechtsanspruch für Angehörige von Pflegebedürftigen geben, um für deren Betreuung in den eigenen vier Wänden bis zu zwei Jahre die Berufstätigkeit zur Hälfte reduzieren zu können und währenddessen 75 Prozent des Einkommens zu beziehen. Zum Ausgleich müssten sie später wieder voll arbeiten, bekämen aber in diesem Fall weiterhin nur 75 Prozent des Gehalts - so lange, bis das Zeitkonto wieder ausgeglichen ist. Unternehmen sollen bei den Mehrkosten durch ein zinsloses Darlehen unterstützt werden. Auch Arbeitslose müssten von der Vermittlung durch das Arbeitsamt freigestellt werden, um die Pflegezeit nutzen zu können, so Schröder.

Die Ansprache der Ministerin zum Zukunftsmodell Familienpflegezeit überzeugte: In der anschließenden Diskussion zeigten sich die Teilnehmer begeistert. „Der Arbeitnehmer muss keine zu hohen Einkommenseinbußen hinnehmen, der Arbeitgeber muss zwar die Teilzeitarbeit organisieren, hat aber insgesamt keine zusätzlichen Lohnkosten und kann die Familienfreundlichkeit eventuell sogar als Vorteil für die Motivation seiner Mitarbeiter verbuchen", lobte auch Krings das Modell. Für große Freude sorgte schließlich die Ankündigung von Helmut Wallrafen-Dreisow, er wolle als Geschäftsführer der Sozialholding den Gesetzesentwurf bereits vor dessen Verabschiedung zum 1. Oktober für seine Mitarbeiter umsetzen.