Einheitsfeier mit dem Leiter der STASI-Gedenkstätte

„Wenn im Herbst 2009 eine Ampelkoalition in Mönchengladbach mit Hilfe der Linkspartei in den Bezirken die Bezirksvorsteher wählen würde, spüren wir auch vor Ort, wie sich die umlackierte SED unter neuem Namen den Weg zurück in die Zentren der Macht gebahnt hat“, fasste der Stellvertretende Vorsitzende der Jungen Union, Martin Heinen, in seinem Schlusswort zum Festakt am Tag der Deutschen Einheit die gelungene Veranstaltung im Schloss Rheydt zusammen. Eingeladen hatte neben der Jungen Union traditionell die OMV Mönchengladbach und der Bundestagsabgeordnete Dr. Günter Krings.
 
In einem beeindruckenden Festvortrag skizzierte der Hauptredner Dr. Hubertus Knabe den Weg der alten SED-Kader an die politische und gesellschaftliche Spitze des wiedervereinigten Deutschlands. Der Leiter der STASI-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen demonstrierte, wie wenig die Verbrechen des DDR-Regimes im öffentlichen Diskurs thematisiert würden und wie extrem die Infiltrierung ehemaliger STASI-Mitarbeiter in öffentlichen Ämtern mittlerweile sei. „Der Höhepunkt dieser Entwicklung ist die Beschwerde der ehemaligen Wärter der STASI-Gefängnisse, dass sich die Gefangenen heute als Opfer darstellten“, klagte Knabe vor dem bis auf den letzten Platz gefüllten Rittersaal in Schloss Rheydt. Knabe hat als Buchautor die Fehlentwicklung in seinem neuesten Werk „Honeckers Erben – die Wahrheit über die Partei Die Linke“ detailliert dokumentiert.
 
Zuvor hatte der Bundestagsabgeordnete Dr. Günter Krings beklagt, dass die Linkspartei als direkte Nachfolgepartei der SED wie selbstverständlich mittlerweile als etablierte Partei akzeptiert wird. Es sei daher wünschenswert, dass weiterhin möglichst viele Schulklassen bei ihren Besuchen in Berlin auch die STASI-Gedenkstätte mit in ihr Besuchsprogramm aufnehmen.
 
Knabes Schlussaufruf, in jeder Stadt mindestens einen Platz oder eine Straße der Deutschen Einheit zu widmen, nutzte der Vorsitzende der OMV Mönchengladbach, Michael Weigand, eine alte Forderung von OMV und JU zu bekräftigen. „Der neu entstehende Platz vor dem Sonnenhaus und dem Einzelhandelszentrum mitten im Herzen von Mönchengladbach eignet sich ideal zur Namenstaufe ‚Platz der Deutschen Einheit’“, so Weigand nach der Veranstaltung. In seiner kurzen Ansprache zu Beginn der Veranstaltung hatte er darauf hingewiesen, dass junge Erwachsene heute die Teilung des Vaterlandes nur noch aus Geschichtsbüchern und nicht mehr aus dem eigenen Erleben kennen. „Eine Benennung eines zentralen Platzes in diese Richtung ist daher überfällig. Warum nicht im Herzen von Mönchengladbach?“
 
Der Festakt zum Tag der Deutschen Einheit fand zum mittlerweile fünften Mal statt. Die bisherigen Redner waren Günter Nooke (2004), Dr. Nobert Lammert (2005), Dr. Christoph Bergner (2006) und Dr. Bernhard Vogel (2008).