Klaus Töpfer in Mönchengladbach
„Ein mutiges Vorgehen im Umweltschutz bietet auch wirtschaftliche Chancen“, dieses gemeinsame Fazit ziehen der Bundestagsabgeordnete Dr. Günter Krings (CDU) und der ehemalige Bundesumweltminister Professor Dr. Klaus Töpfer. Krings hatte Töpfer zu einem Vortrag ins Haus Zoar nach Mönchengladbach eingeladen. Thema der Veranstaltung war: „Nachhaltige Umweltpolitik aus christlicher Verantwortung“.
„Für die CDU bedeutet Umweltschutz auch immer Menschenschutz“, betonte Günter Krings in seiner Begrüßungsrede. Deshalb habe nachhaltige Politik auch immer eine ethische Dimension: „Es geht um den Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung", unterstrich Krings, der im Deutschen Bundestag den Nachhaltigkeitsbeirat leitet und Klaus Töpfer in dieser Funktion zu einem Vortrag nach Mönchengladbach eingeladen hatte. Sowohl Töpfer als auch Krings begannen ihre Ausführungen mit einem Verweis auf den Gladbacher Philosophen Hans Jonas, der bereits vor einigen Jahrzehnten Verantwortungsbewusstsein für kommende Generationen eingefordert hatte.
Rund 90 Gäste kamen zu der Diskussion in das evangelische Gemeindezentrum. „Wir haben keine Zeit mehr beim Thema Klimaschutz zu warten", betonte Töpfer. Es sei falsch in andere Länder zu schauen und die Verantwortung von sich zu schieben: „Wir müssen den Anfang machen und wir müssen vorangehen". Töpfer wies auf seine Erfahrungen als Leiter des UN-Umweltprogramms in Afrika hin. Gerade die Afrikaner hätten kein Verständnis, wenn die Europäer und Amerikaner als Hauptverursacher der Umwelt- und Klimaprobleme noch zögerlich seien, wenn es um deren Beseitigung ginge. Und Töpfer machte klar: „Der europäische Lebensstil kann nicht in den Rest der Welt exportiertwerden, weil die Naturressourcen dazu einfach nicht reichen."
Dass der Umweltschutz auch Chancen „gerade für unsere innovativen Unternehmen als Vorreiter bei moderner Umwelttechnologie" birgt, darauf wies Günter Krings hin. „Und wer als Verbraucher zum Beispiel in Energieeffizienz zuhause oder beim Autokauf investiert, hat auf Dauer auch finanziell einen Vorteil." Hier habe die Bundesregierung mit einigen neuen Förderprogrammen noch zusätzlich für stärkere Anreize gesorgt.
Von den Erfahrungen und offenen Worten des früheren Umweltministers, der sich selbst u.a. zur Erfindung des „gelben Sacks" bekannte, waren die Zuhörer sichtlich beeindruckt. Auch wenn er manches kritische Wort zur heutigen Umweltpolitik fand, steht Töpfer in den Augen von Krings immer noch wie kaum ein anderer Politiker für die Vorreiterrolle der deutschen Umweltpolitik: „Und schließlich sind es genau zwei Personen, die in der Union seit den achtziger Jahren das Umweltthema geprägt haben - nämlich eben Klaus Töpfer und die Bundeskanzlerin und frühere Umweltministerin Angela Merkel."