Die Europawahl
Die Wahl zum Europäischen Parlament wird in den Medien zum Anlass genommen, eine Zwischenbilanz der europäischen Integration zu ziehen.
Eine ganzheitliche Betrachtung erscheint auch dringlich geboten, hat die europäische Bewegung in den vergangenen Jahren doch spürbar an Strahlkraft eingebüßt. Das Scheitern der europäischen Verfassung und das zähe Ringen um den Lissabonner Reformvertrag drohen, den visionären Glanz der europäischen Idee zu verdunkeln.
Die Faszination eines vereinten Europas wird aber dann greifbar, wenn man auf die Entwicklung der Nachkriegzeit zurückblickt. Diese Epoche steht in diesen Tagen ohnehin in Zentrum des öffentlichen Interesses, konnten wir doch am 23. Mai den 60. Geburtstag unseres Grundgesetzes feiern Die Entscheidung für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte war auch ein Zeichen an unsere europäischen Nachbarn, eine neue Ära einzuleiten. Gemeinsam mit der politischen Entscheidung Konrad Adenauers für die Westbindung konnte so eine Wertegemeinschaft entstehen, die in der Gründung der Europäischen Gemeinschaften in den 50er Jahren ihren Ausdruck fang.
Die europäische Integration erhielt schließlich mit einem Ereignis, dessen 20. Jahrestag wir ebenfalls in diesem Jahr begehen, neuen
Schwung: Die friedliche Revolution von 1989 legte den Grundstein für das Ende des Kommunismus. Die Teilung Europas ist durch die europäische Idee endgültig überwunden worden. Dort, wo die Erinnerung an totalitäre Regime noch sehr präsent ist, hat „Europa“ einen ganz anderen Klang.
Gerade in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise sind der Euro und die EU ein Segen für unser Land. Ohne sie würde die Gefahr drohen, dass die einzelnen Volkswirtschaften sich in der Krise voneinander abschotten – letztendlich zum Nachteil aller. Doch wir alle dürfen diese Errungenschaften nicht für eine Selbstverständlichkeit halten. Heute ist die Gelegenheit, einen Beitrag zu leisten. Ich bitte Sie, zur Wahl zu gehen und ihre Stimme einer demokratischen Partei zu geben. Für ein Europa des Friedens und der Freiheit.