Jeden ersten Sonntag im Monat
erscheint im Extra-Tipp in der
Ausgabe Mönchengladbach die
aktuelle Kolumne von Dr. Günter
Krings "Blick aus Berlin".

 

 

150 Jahre Hugo Junkers

Am 3. Februar begehen wir den 150. Geburtstag eines großen Sohnes unserer Stadt. Im Jahre 1859 wurde Hugo Junkers als drittes von acht Kindern im Hause Nr.336 des Bezirks B geboren. Damals waren die Häuser in Rheydt durchnummeriert, die Straßen hatten noch keine Namen. Das im Krieg zerstörte Vaterhaus stand auf der heutigen Hauptstraße 16. An dieser Stelle erinnert eine Bronzetafel an Hugo Junkers. Spätestens die erste Ost-West-Atlantiküberquerung des von Junkers konstruierten Verkehrsflugzeuges W 33 „Bremen“ am 12./13. April 1928 begründete die weltweite Bekanntheit des Rheydter Visionärs. Das Echo war überwältigend: Zwei Mitarbeiter benötigen drei Tage, um alle Glückwunschtelegramme zu beantworten. Einige Wochen später wurde Hugo Junkers unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die Ehrenbürgerschaft der Stadt Rheydt verliehen – eine solche Auszeichnung wurde ihm auch in Aachen und Dessau zuteil.
 
Sein Werdegang führte den Erfinder, Unternehmer und Wegbereiter einer modernen Gesellschaft auch mehrfach in die deutsche Hauptstadt. Nach dem Ingenieur-Studium an den Technischen Hochschulen Charlottenburg, Karlsruhe und Aachen verbrachte Hugo Junkers seine ersten beruflichen Wanderjahre u. a. in Berlin, wo er sich auch 1887 auf die zweite Staatsprüfung als Baumeister vorbereitete. Doch wenig später erhielt der junge Ingenieur ein Angebot aus Dessau, das er nicht ausschlagen konnte. Mit der Gründung einer Versuchsstation für Gasmotoren begann Hugo Junkers seine Karriere als Unternehmer und Erfinder. Insgesamt 178 Patente legen ein beeindruckendes Zeugnis seines Erfindergeistes ab. Vor allem waren Hugo Junkers Vorstellungen über die Luftfahrt seiner Zeit weit voraus.
 
Die Wirkungsgeschichte von Hugo Junkers reicht bis in die Gegenwart hinein. Beispielsweise ging die Eröffnung des vor wenigen Monaten durch das Land Berlin geschlossenen Flughafens Tempelhof auf ihn zurück. Die Deutsche Lufthansa ist aus der Zwangsfusion der Junkers-Luftverkehr AG mit einem Konkurrenzunternehmen im Jahre 1925 entstanden; noch heute tragen die Lufthansa-Jets ihr blau-gelbes Emblem – die Farben der alten Junkers-Luftfahrt.
 
Und in Mönchengladbach sind die Rundflüge mit der JU 52 („Alte Tante Ju“) nach wie vor eine große Attraktion.
 
In unserer Stadt ist Hugo Junkers durch die vor 50 Jahren nach ihm benannte Schule präsent. Dieses traditionelle Gymnasium, das älteste in der Rheydter Innenstadt, war mit Bedacht gewählt. Schließlich besuchte Hugo Junkers von 1867 bis 1875 die Höhere Bürgerschule in Rheydt, aus der dieses Gymnasium hervorgegangen ist. Zum 150. Geburtstag hat die Schule ein bemerkenswertes Programm auf die Beine gestellt. Aber nicht nur bei den Feierlichkeiten, sondern auch im Schulalltag knüpft das Hugo Junkers Gymnasium mit seinen Leitmotiven Leistung, Kreativität und Verantwortung an Leben und Werk des großen Namensgebers an. Von 1980 bis 1989 konnte ich dies als Schüler erleben. Nun freue ich mich als Ehemaliger auf den Festakt am kommenden Wochenende.